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Roccagloriosa

Roccagloriosa, im Norden des Monte Bulgherìa (siehe W 24) gelegen, ist bislang touristisch noch wenig bekannt. Das hübsche Städtchen erhebt sich strategisch hoch über den Tälern von Mingardo und Bussento. Bei Streifzügen durch den Ort genießt man zu allen Seiten hin fantastische Ausblicke. Nach Süden umfasst das Panorama den Golf von Policastro. Die ältesten Siedlungspuren reichen in die Stein- und Bronzezeit zurück, eine Blüte erlebte der Ort vom 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. unter den Lukanern. Teile der antiken, ehemals 1200 m langen Festungsmauer sowie Kammergräber sind im frei zugänglichen, landschaftlich schön gelegenen archäologischen Park auf einem nördlich der Stadt gelegenen Höhenzug zu entdecken. Das Fragment einer Bronzetafel mit oskischen Schriftzeichen gibt Auskunft über die entwickelte Verwaltungsstruktur der lukanischen Polis. Ausgrabungsfunde sind in Roccagloriosa selbst ausgestellt. Dazu zählen wertvoller Goldschmuck, Bronzegefäße und überdimensionale Keramikvasen. Die zur Zeit auf zwei Antiquarien (im unteren Ortsteil die entweihte Chiesa Santa Maria dei Martiri, im oberen Teil der Altstadt die Cappella  di Sant'Angelo) verteilte sehenswerte Antikensammlung soll in Zufunft im Palazzo de Curtis im oberen Teil des Centro storico zusammengeführt werden.

Mit Ankunft der Römer im 3. Jahrhundert v. Chr. beginnt der zwischenzeitliche Niedergang von Roccagloriosa, zugunsten der neu gegründeten Kolonie Buxentum am Golf von Policastro, dem heutigen Policastro Bussentino. Um 590 befestigen Langobarden den Ort erneut. Das zwischenzeitlich von Normannen ausgebaute Kastell wurde von Kaiser Friedrich II. in den Rang eines castra exempta erhoben, d.h. es unterstand unmittelbar dem Herrscherhaus. Auch von diesem Kastell haben sich kaum Reste erhalten. Geblieben ist der herrliche Rundumblick vom 498 m hohen Burgberg. Bei einem Streifzug durch den hübschen Centro storico fallen die zahlreichen, von Steinmetzen kunstvoll verzierten Portale der Palazzi auf. Im vorhin erwähnten Palazzo de Curtis wurde mutmaßlich der neapolitanische Volksschauspieler Totò gezeugt, Frucht eines Seitensprungs des Marchese Giuseppe de Curtis mit dem Zimmermädchen Maria Marotta. Sehenswert ist auch der nahe Weiler Rocchetta, auf halbem Weg zum archäologischen Park gelegen.

Die beiden Antiquarien in Roccagloriosa sind geöffnet vom 15. Juni bis zum 15. September von 17.30–20.30 Uhr bzw. auf Anfrage bei der Kommune. Infos: www.comune.roccagloriosa.sa.it, www.ilucanidiroccagloriosa.it.

Beweise von der komischen Schauspielkunst des großen Totò lieferen zahlreiche Filmausschnitte auf YouTube.

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