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Valle del Calore und Monti Alburni

Die Monti Alburni erheben sich im nordöstlichsten Cilento und überragen die Ebene des Sele und das Valle del Calore. Von Süden betrachtet erheben sich die einzelnen kalkweißen Gipfel wie Zähne aus dem grün bewaldeten Kiefer. Der Monte Alburno (od. Punta Panormo, siehe W 11) erreicht eine Höhe von 1742 m. Nördlich der hoch gelegenen Karstebenen, seit der Antike als Sommerweiden genutzt, fallen die Alburni beinahe senkrecht ins Tal des Tanagro ab.

Zahlreichen Karstphänomenen prägen die dolomitischen Monti Alburni, zu den spektakulärsten zählen die ausgedehnten Höhlen von Castelcivita im Valle del Calore und die nördlich des Vallo di Diano gelegene Grotta di Pertosa (Pertosa ist das Dialektwort für Loch). Vor über 35 Millionen Jahren hat ein unterirdischer Fluss die großen Kavernen ausgespült, seither formt sich Tropfen für Tropfen eine märchenhafte Welt aus Stalagtiten und Stalagmiten. Bereits in der Steinzeit bewohnt, wurde die Höhle in der Antike als Orakel und Heiligtum genutzt. Archäologische Funde deuten auf phallische und bacchanalische Fruchtbarkeitsriten hin. Das Christentum exorzierte das "Böse" und weihte die Grotte dem Erzengel Michael, daher die Namen Grotta dell’Angelo oder Grotta di S. Michele. Das mittelalterliche, freundliche Castelcivita liegt auf einem sonnenverwöhnten Plateau an den südlichen Abhängen der Alburni. Im Calore-Tal unterhalb des Ortes liegt der Eingang in ein ausgedehntes Grottenreich. Prachtvoller noch als in der Grotta di Pertosa ist in den Grotte di Castelcivita die Fülle zauberhafter Tropfsteinformationen.

Der Calore formt mit seinen Nebenflüssen ein weites, fruchtbares Tal. An den Hängen liegen in geschützter Lage und in Sichtweite zueinander einige reizvolle mittelalterliche Orte. Zutreffend heißt eines dieser Städtchen Bellosguardo ("Schönblick"). Aus der Sele-Ebene führt auf der Höhe von Paestum und Capáccio die kurvenreiche SS 166 in das Valle del Calore. Landschaftlich reizvoll ist auch die Anfahrt aus dem Vallo di Diano über den 956 m hohen Passo della Sentinella. Östlich von Roccadaspide zweigt die SS 488 nach Felitto ab. In der Nähe des Ortes bildet der Calore die schönste seiner insgesamt fünf Schluchten, eine lohnende Wanderung (siehe W 10) führt durch den Canyon. Der Besuch von Roscigno Vecchia (über Felitto und Laurino auf einer kurvenreichen Bergstrecke oder schneller von der SS 166 aus zu erreichen) ist eine Zeitreise in ein bäuerliches Cilento der Vergangenheit. Nicht ganz unzutreffend wird der verlassene Ort auch als "Pompeji des 19. Jh." bezeichnet. Auf Anordnung der Regierung wurde Roscigno Anfang des 20. Jh. nach einem Erdrutsch evakuiert, ein neues Roscigno weiter oben am Hang errichtet. Die Verbindung der Bewohner zu ihrem alten Ort ist nie vollständig abgerissen, ein Teil der Gebäude wird immer noch als Lagerraum genutzt. Über der Piazza liegt ein stiller Friede, selten fährt ein Bauer auf einem motorisierten Dreirad vorbei, aus dem Dorfbrunnen plätschert Wasser. Die Pro Loco von Rosigno Vecchia hat in dem verlassenen Ort eine umfangreiche, gut präsentierte Sammlung der bäuerlichen Kultur des Cilento zusammengetragen.

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