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Basso Cilento

Der Basso Cilento im Südwesten der großen Halbinsel umfasst die Einzugsgebiete der Flüsse Lambro, Mingardo und Bussento. Trotz seiner "nur" 1225 m Höhe, ist der Monte Bulgherìa (siehe W 24) hier die beherrschende Gestalt. Seine exponierte Lage über dem Golf von Policastro macht ihn zu einem der schönsten Aussichtsberge im weiten Umkreis.

Die Küsten in diesem Teil des Cilento sind atemberaubend schön. Kilometerlange Sandstrände ziehen sich von Pisciotta bis zum Capo Palinuro, erneut gefolgt von Dünenstränden, die südlich Marina di Camerota von den wild zerklüftenen Steilfelsen der Costa degli Infreschi  abgelöst werden. An der Punta degli Infreschi öffnet sich der Golf von Policastro, an dem die drei Regionen Kampanien, Basilikata – mit der Costa di Maratea –  und Kalabrien auf einander treffen.

Dicht scharen sich die Häuser von Pisciotta (siehe W 17) auf der Spitze eines 170 m hohen Hügels in Meeresnähe, oben thront der Palazzo Marchesale. Das mittelalterliche Ortsbild ist völlig intakt. Die zentrale Piazza Raffaele Pinto ist vor allem abends Treffpunkt der Einheimischen. Anfang des 18. Jh. war Pisciotta der bevölkerungsreichste Ort des Cilento, mit einer blühenden Wirtschaft, die auf Olivenanbau und Handel beruhte. Nach wie vor liegt Pisciotta eingebettet in die schönsten Olivenhaine. Die Olivenbäume der Sorte "pisciottana" erreichen beachtliche Höhen. In der Marina di Pisciotta lebt eine uralte Fischfangtradition fort. In Nächten ruhiger See, zwischen April und Juli, werden die alici di menaica gefangen. Die Fischer fahren mit traditionellen menaide aus, acht Meter langen Holzbooten, und benutzen speziell geknüpfte Netze, die menaica.

Am Capo Palinuro (siehe W 18) läuft die Cilento-Küste zur absoluten Hochform auf. Imposant erheben sich die steil aus dem Meer aufsteigenden Kalkfelsen des Kaps. Im Norden und Süden setzt sich die Küste mit kilometerlangen feinen Sandstränden sanfter fort. Bis in die1970er Jahre ein verschlafenes Fischerdorf, hat sich Palinuro zu einem beliebten Ferienort entwickelt. Der Ort ist etwas unorganisch gewachsen, ohne dass jedoch Adria-Verhältnisse eingekehrt wären. Das für die frühe Seefahrt gefährliche Kap wurde dem Steuermann des Aeneas zum Verhängnis. Vergil berichtet darüber in seiner "Aeneis". In einigen der vielen Grotten am Kap wurden steinzeitliche Feuersteinklingen und Fossilien voreiszeitlicher Tiere entdeckt, die ältesten Menschheitsspuren im Cilento.

Das südlich gelegene Marina di Camerota ist ein freundliches und lebhaftes Hafenstädtchen, dessen Fischer längst in das einträglichere Geschäft des Tourismus eingestiegen sind und mit ihren Booten Touristen spazieren fahren. Wie überall im Cilento kommen die meisten Badegäste im Juli und August. Im Herbst, wenn das blitzsaubere Meer immer noch beste Badetemperaturen aufweist, sind die Strände fast leer. Östlich der Spiaggia Lentiscelle beginnt eine atemberaubend wilde Küste, die sich am besten auf einer Bootsfahrt entdecken lässt. Ziel und absoluter Höhepunkt einer Bootsfahrt ist der Porto degli Infreschi. Aus Marina di Camerota führen alte Wirtschaftswege an den Naturhafen Porto degli Infreschi, man könnte auch nur eine Strecke zu Fuß zurück legen (siehe W 22) und die andere mit dem Boot fahren.

Das freundliche Scario (siehe W 25) am Golf von Policastro macht einen wohlhabenden Eindruck. Edle Jugendstil- Villen zeigen an, dass Italiener den Ort schon länger als Urlaubsdomizil schätzen. Strände in unmittelbarer Ortsnähe gibt es keine, dafür schließt sich im Süden eine spektakuläre Steilküste (siehe W 23) an. Vom Hafen kann man mit Fischerbooten den Porto degli Infreschi (siehe W 22) erreichen, verborgene Buchten laden unterwegs zum Bad.

Im Landesinnerren locken verlassene Geisterstädte, wie San Severino di Centola (siehe W 19), aber auch lebendige Orte mit alter Geschichte, wie Camerota (siehe W 20), Roccagloriosa oder San Giovanni a Piro (siehe W 24). Hübsche Orte, gute Küche und faszinierende Karsterscheinungen lernt man beim Besuch von Morigerati (siehe W 26) und Caselle in Pittari (siehe W 27) kennen. Als Ausgangspunkte für reizvolle Wanderungen können auch die Bergstädtchen Tortorella und Casaletto Spartano mit dem Nachbarort Battaglia dienen. Ziel können das Tal des Bussento oder die aussichstreichen Hänge des Monte Cocuzzo sein.

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