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Cilento Centrale

Vallo della Lucania, am südlichen Abhang des Monte Gelbison, ist das wirtschaftliche Zentrum des Cilento und Sitz des Parco Nazionale del Cilento e Vallo di Diano. Die Innenstadt bietet freundlichen italienischen Alltag, die kolonnadengesäumte Piazza Vittorio Emanuele verbreitet mondäne Atmosphäre. Im Palazzo Vescovile untergebracht, versammelt das Diözensanmuseum Kirchenkunst des Cilento aus mehreren Jahrhunderten. Pezzo forte ist eine Holzstatue des San Filadelfo di Pattano (10. Jh.) im Gewand eines Igoumenos (griech. Abt) der Basilianer-Abtei von Pattano. Die Badia di Pattano 2 km westlich von Vallo, eingekeilt zwischen S.S. 18 und Schnellstraße, gilt als bedeutendstes bauliches Zeugnis byzantinischer Kultur im Cilento. Ein lohnender Ausflug führt auch nach Moio della Civitella. Oberhalb des Städtchens liegen auf einem 815 mhohen Hügel, heute umgeben von majestätischen Kastanienwäldern, die Reste einer antiken Festungsstadt. Das Gipfelplateau dominiert die weite Umgebung, die Küstenebene mit Vélia (siehe W 16), den Monte della Stella (siehe W 7) und Monte Gelbison (siehe W 15) im Blick. Der von den Griechen Eleas befestigte Ort kontrollierte die wichtige Salz-Handelsstraße, die von der Küste ins Hinterland führt. Im 3. Jahrhundert wurde das Gebiet verlassen, die Cappella dell’Annunziata auf der Akropolis stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Aus dem mittelalterlichen Novi Velia führt eine kurvenreiche Panoramastraße durch das idyllische Torna-Tal und durch ausgedehnte Kastanien- und Buchenwälder bis fast auf den Gipfel des 1705 m hohen Monte Gelbison, auch Monte Sacro genannt. Ein steingepflasterter Kreuzweg führt hoch zum Sanktuarium. Auf dem Gipfelplateau, das einen überwältigenden Blick fast über den gesamten Cilento bietet, erhebt sich ein großer Baukomplex, bestehend aus Pilgerunterkünften, Kapellen und dem Santuario della Madonna del Sacro Monte. Das Heiligtum ist von Mai bis Oktober Ziel tausender Pilger aus ganz Süditalien. Aus Novi Velia führt neben der Straße ein alter, steingepflasterter Pilgerweg bis zum Sanktuarium hoch, teilweise wird er heute noch beschritten (siehe W 15). Ausflugslokale servieren kräftige Bergküche, mit Wildschwein und Steinpilzen als Spezialitäten.

Anders als in Paestum oder gar Pompeji verirren sich nur selten Touristenbusse nach Vélia. Die Landschaft ist bukolisch, große Teile der antiken Stadt sind noch nicht ausgegraben, und man kann durch Olivenhaine und über Wiesen streifen. Die praktisch veranlagten Wärter nutzen das auf ihre Weise und sammeln im Frühjahr wilden Spargel, im Sommer Schnecken. Eine hervorragende Gelegenheit also, die Stille zu genießen, zu philosophieren, vielleicht in einem Buch von Luciano De Crescenzo zu schmökern und ausgedehnte Spaziergänge (siehe W 16) zu unternehmen. Jeden April findet in Vélia der Festival della Filosofia in Magna Greacia statt. Die Sand- und Kiesstrände des nahen Marina di Ascea, einem cilentanischen Mini-Rimini, werden vor allem von italienischen Badetouristen aufgesucht. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Allerdings lässt der moderne Ferienort den Charme anderer Küstenorte vermissen. Sehr schön ist allerdings der Dünenstrand im Süden von Marina di Ascea am Felsvorsprung unterhalb der Torre di Telègrafo.

 

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