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Vallo di Diano und Cervati-Massiv

Das lang gestreckte Hochtal des Vallo di Diano bildet die natürliche Grenze des Cilento nach Osten. Zu beiden Seiten von hohen Bergzügen gerahmt, sind die dem lukanischen Apennin zugehörigen Monti della Maddalena das Grenzgebirge zur Nachbarregion Basilikata, Kernland des antiken Lukaniens. Auf cilentanischer Seite erheben sich im Norden die kalkweißen Monti Alburni, denen sich weiter südlich die Gebirgskette der verkarsteten Monti del Cilento anschließt. Mit 1898 m ist der Monte Cervati (siehe W 14) die höchste Erhebung des Cilento und zugleich der höchste Gipfel Kampaniens.

Von Poseidonia (Paestum) kommend, zog sich durch das Valle del Calore, über den 1026 m hoch gelegenen Sattel Sella del Corticato (alternativ über den nahen Passo della Sentinella, siehe R 3), die uralte Handelsroute vom Thyrrhenischen ans Ionische Meer bis Sybaris im heutigen Kalabrien, während im Querverlauf dazu, das Vallo seit Menschheitsgedenken eine wichtige Transitroute in den Süden der Apeninnenhalbinsel darstellt. Wo früher die römische Via Popilia-Annia führte, verläuft heute die Autostrada del Sole A 3.

Der auf 450 m Meereshöhe gelegene Talboden, im Peistozän noch von einem großen See erfüllt, präsentiert sich heute als landwirtschaftlich wohlbestelltes, kariertes Tischtuch. Im 2. Jh. n. Chr. unternahmen Römer die ersten erfolgreichen Versuche der Etnwässerung. Mit dem Verfall des Imperiums und während der Wirren der Völkerwanderung breiteten sich erneut Sümpfe aus und erst während des Faschismus gelang es das Vallo endgültig trocken zu legen. Die ältesten Menschheitsspuren reichen in die mittlere Steinzeit zurück, städtische Siedlungen bildeten sich ab dem 9. Jh. v. Chr. heraus. Die alten Siedlungszentren liegen auf rund 600 m Meereshöhe an den Hängen, bzw. erheben sich wie im Falle von Teggiano, auf isolierten Plateaus. Lukaner nutzten als erste die strategische Lage. Über megalithischen Mauerresten aus dem 4. Jh. v. Chr. erhebt sich der römische, in normannischer Zeit erneuerte Mauerkranz. Die regelmäßige Anlage des römischen Tegianum lässt sich heute noch im Stadtplan ablesen. In den Mauern der Kirchen und Häuser sind zahlreiche römische Grabsteine, Statuen oder Säulenfragmente vermauert. Nach der Zerstörung durch die Goten Alarichs 410 wurde der Ort schnell wieder besiedelt und nahm den Namen Diano an, daher die Bezeichnung für die fruchtbare Talebene (seit 1862 heißt der Ort wieder Teggiano). Ab dem Mittelalter gehörte Diano zum Feudalbesitz der Sanseverino, eines der mächtigsten Geschlechter Süditaliens. Bei einem Rundgang durch die Stadt gibt es viel zu entdecken. Dabei ist Teggiano bei all seinen Sehenswürdigkeiten keine tote Museumsstadt, sondern ein freundlicher Ort, der seine Besucher willkommen heißt.

Die Städte auf der gegenüberliegenden Talseite, Atena Lucana, Sala Consilina oder Padula, haben ebenfalls alle antike Ursprünge. Padula ist die Nachfolgesiedlung, des bislang noch nicht systematisch ausgegrabenen Cosilinum. Das hübsche Städtchen erhebt sich mit mittelalterlichem Kern oberhalb der weltberühmten Kartause von Padula. Die mächtige Klosteranlage ist eines der herausragendsten kirchlichen Baudenkmäler Italiens und steht seit 1998 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Nördlich Padula, auf dem Weg nach Sala Cosilina, liegt an der SS 19 eine faszinierende frühchristliche Kultstätte, das Battistero di San Giovanni in Fonte. Das im 4. Jh. errichtete Taufheiligtum lag am Kreuzungspunkt antiker Straßen und erhebt sich über einer heute noch sprudelnden Quelle.

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